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Für alle, die das Zuhause nur zum Packen brauchen.
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Entdecken Sie Gewürze aus aller Welt für Ihre Rezepte. Vielfalt, Qualität und Expertenwissen für Ihre Küche.
Wer viel reist, bringt irgendwann keine Kühlschrankmagneten mehr mit nach Hause. Sondern Gewürze. Ein Tütchen Ras el Hanout vom Gewürzmarkt in Marrakesch, ein Glas Szechuanpfeffer aus einer Seitenstraße in Chengdu, getrocknete Sumachbeeren vom Basar in Istanbul. Gewürze aus aller Welt sind die ehrlichsten Souvenirs, die es gibt – sie riechen noch nach dem Ort, an dem man sie gekauft hat, und jedes Mal, wenn man den Deckel öffnet, ist man kurz wieder dort.
Dieser Artikel ist kein Produktkatalog. Es ist eine kulinarische Reise durch die Küchen der Welt – mit konkreten Gewürzen, ihren Herkunftsgeschichten und Rezeptideen, die du zu Hause nachkochen kannst. Wer tiefer in die Welt der Gewürze aus fernen Ländern eintauchen möchte, findet dort noch mehr exotische Aromen und Herkunftsgeschichten.
Kein Gewürzmarkt der Welt riecht so betäubend schön wie der Mellah in Marrakesch. Und das Herzstück jedes marokkanischen Gewürzstands ist Ras el Hanout – arabisch für „Kopf des Ladens“, also das Beste, was der Händler hat.
Die Mischung enthält je nach Anbieter zwischen 12 und 30 Zutaten: Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Ingwer, Kurkuma, Rosenknospen, Lavendelblüten, schwarzen Pfeffer, Muskat, Piment, Cardamom und manchmal Spanische Fliege oder Belladonna in traditionellen Rezepturen. Jeder Händler hat seine eigene Formel, die er nicht verrät.
So verwendest du es: Lamm-Tajine. Fleisch mit Ras el Hanout, Zwiebeln, Datteln und Kichererbsen in einem schweren Topf bei niedriger Hitze 2–3 Stunden schmoren. Mit Couscous servieren. Das Ergebnis schmeckt wie ein marokkanischer Abend auf der Dachterrasse.
Garam Masala bedeutet wörtlich „heiße Gewürzmischung“ – nicht im Sinne von scharf, sondern warm. Die Gewürze erhitzen laut ayurvedischer Überzeugung den Körper von innen. Die Basis: Cardamom, Zimt, Nelken, schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmel und Koriander – geröstet und frisch gemahlen.
In Rajasthan kauft man es auf dem Jodhpur-Markt, wo die Gewürze noch auf Steinen frisch gemahlen werden. Der Unterschied zu abgepackten Mischungen aus dem Supermarkt ist enorm – frisch gemahlenes Garam Masala hat eine florale Tiefe, die man aus Tüten nicht kennt. Wer Indien auf dem Teller erleben will, findet in unserer Nomadenküche noch mehr Rezepte und Inspirationen aus Asien.
So verwendest du es: Butter Chicken. Zwiebeln glasig dünsten, Knoblauch und Ingwer dazu, dann Garam Masala, Paprika und Kurkuma kurz anrösten. Tomatenpassata und Sahne dazu, Hähnchen hinein, 20 Minuten köcheln. Mit Naan oder Basmatireis.
Wer zum ersten Mal in Bangkok eine Tom Kha Gai löffelt, fragt sich sofort: Was ist das für ein Aroma? Zitrusartig, leicht kampferisch, frisch. Die Antwort: Galangal (eine Ingwer-Verwandte) und Kaffir-Limettenblätter.
Galangal sieht aus wie Ingwer, schmeckt aber deutlich aromatischer und schärfer. Frisch gibt es ihn auf jedem Wochenmarkt in Thailand – getrocknet in Asialäden weltweit. Kaffir-Limettenblätter haben ein intensives Zitrusöl in der Blattstruktur, das beim Kochen langsam abgibt. Wer die Aromen Asiens nicht nur in der Küche, sondern auch direkt auf einer Streetfood-Tour durch Asien erleben möchte, sollte das unbedingt auf die Bucket-List setzen.
So verwendest du es: Tom Kha Gai (Kokos-Hühner-Suppe). Kokosmilch mit Galangal-Scheiben, Kaffir-Limettenblättern, Zitronengras und Chili erhitzen. Hühnerstreifen darin garen. Mit Fischsauce und Limettensaft abschmecken. Frischen Koriander darüber. 20 Minuten, Weltklasse.
Berbere ist das Geheimnis hinter Injera-Mahlzeiten in Addis Abeba. Die Mischung ist dunkelrot, intensiv und hat eine Schärfe, die sich langsam aufbaut. Hauptzutaten: Berbere-Chilis, Fenugreek (Bockshornklee), Koriander, schwarzer Pfeffer, Piment, Ingwer, Zimt und Knoblauch.
Auf dem Mercato in Addis Abeba, dem größten Freiluftmarkt Afrikas, mischen Händler Berbere individuell nach dem Geschmack der Stammkunden. Jede Familie hat eine eigene Variante, die über Generationen weitergegeben wird. Genau das macht Reisen kulinarisch so wertvoll – wer wie ein Local kocht, versteht eine Kultur tiefer als durch jede Sehenswürdigkeit.
So verwendest du es: Doro Wat (äthiopisches Hühnergericht). Zwiebeln in Butter dunkel anrösten (viel Zwiebeln, mindestens 30 Minuten), dann Berbere und Knoblauch dazu. Hühnerteile einlegen, mit Wasser aufgießen, Eier mitköcheln lassen. Das wohl tiefgründigste Eintopfgericht der Welt.
In Japan gibt es keine Küche, in der Shichimi Togarashi fehlt. Die rote Chili-Mischung mit sieben Zutaten (Shichi = sieben) enthält: rote Chilis, Sansho-Pfeffer (der japanische Szechuanpfeffer), Nori-Flocken, Sesam, Mohn, Hanfsamen und Mandarinorangenschale.
Auf dem Nishiki-Markt in Kyoto stehen ganze Stände nur für Shichimi-Varianten – von milden Mischungen bis zu feurigen Varianten für Ramen-Liebhaber.
So verwendest du es: auf Ramen, Udon, gegrilltem Lachs, in Miso-Suppe oder über japanischen Reisgerichten … Nie mitkochen – immer erst beim Servieren drüberstreuen, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben.
Keine peruanische Küche ohne Aji Amarillo. Die leuchtend orangegelbe Chili-Paste hat eine fruchtige Schärfe, die anders als europäische oder asiatische Chilis ist – weniger brennend, mehr komplex. In Lima ist Aji Amarillo die Basis von Ceviche, Causa und Aji de Gallina.
Auf dem Mercado San Pedro in Cusco kauft man sie frisch oder als fertige Paste. In Deutschland ist die Paste in lateinamerikanischen Läden oder online erhältlich.
So verwendest du es: Ceviche. Weißfisch (Kabeljau oder Dorade) in dünne Scheiben schneiden, mit frischem Limettensaftübergießen,n bis der Fisch gar zieht (10 Minuten). Aji Amarillo-Paste, rote Zwiebeln in Streifen, frischer Koriander, Salz. Mit geröstetem Mais und Süßkartoffelscheiben servieren. Das ist Südamerika auf dem Teller.
Wer viel unterwegs ist und auch in Ferienwohnungen oder Campingküchen kocht, braucht eine kompakte Grundausstattung. Wer nicht auf Märkten einkaufen kann, findet eine gute Auswahl an Gewürzmischungen auch online – wichtig ist dabei immer die Qualität der Rohstoffe.
Kreuzkümmel – das vielseitigste Gewürz der Welt. Passt zu Indien, Nordafrika, Mexiko und dem Nahen Osten.
Geräucherter Paprika – bringt Tiefe ohne Schärfe. Unverzichtbar für spanische und osteuropäische Gerichte.
Kurkuma – anti-entzündlich, farbgebend, mild. Passt in Reisgerichte, Suppen, Eier und Smoothies.
Szechuanpfeffer – das kribbelnde Taubheitsgefühl ist ein Erlebnis. Für chinesische Gerichte, aber auch experimentell auf Pasta oder Fisch.
Sumach – zitronensäuerlich und fruchtig, ohne Säure zu sein. Über Hummus, auf Salate, in Marinaden. Das Gewürz der Levante.
Gewürze legen oft zehntausende Kilometer zurück, bevor sie im Regal landen. Wer bewusst reist, denkt auch beim Kochen über Herkunft nach. Der Zusammenhang zwischen nachhaltiger Landwirtschaft und Gewürzbiodiversität zeigt: Monokulturanbau vernichtet Artenvielfalt und mindert langfristig die Qualität. Wer auf Marktgewürze aus kleinbäuerlichem Anbau setzt, unterstützt nicht nur bessere Aromen – sondern auch lokale Wirtschaftskreisläufe.
Auf Reisen sieht man das direkt: einen Kardamomgarten in Kerala, Safranfelder in Kaschmir, Vanilleranken auf Madagaskar. Das sind keine Industrien – das sind Familienbetriebe, die seit Generationen ihr Handwerk pflegen.
Gewürze verlieren ihr Aroma durch Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Die wichtigsten Regeln:
Ganze Gewürze halten 2–4 Jahre, gemahlene nur 6–12 Monate. Immer dunkel und kühl lagern – nicht über dem Herd. Airtight-Behälter aus Glas sind besser als Plastikdosen. Auf Reisen: kleine Mengen in Mini-Schraubgläsern mitnehmen, nicht in Plastiktüten.
Vom Markt kaufen, nicht vom Supermarkt. Der Preisunterschied ist gering, der Qualitätsunterschied enorm.
Zu den intensivsten zählen Asafoetida (Teufelsdreck) aus dem Iran, Szechuanpfeffer aus China, Long Pepper aus Indien und schwarzer Kampotpfeffer aus Kambodscha. Alle vier haben eine Kraft und Tiefe, die man aus europäischen Supermarktgewürzen nicht kennt.
Auf lokalen Märkten direkt in den Herkunftsländern. Wer nicht reisen kann: spezialisierte Online-Händler sowie Asia-Läden und arabische Lebensmittelgeschäfte in deutschen Großstädten.
Garam Masala, Ras el Hanout und Berbere sind komplex vorgemixt und einfach zu verwenden – einfach zu Fleisch oder Gemüse geben und schon schmeckt das Gericht international.
Ja, innerhalb der EU gibt es keine Einschränkungen. Aus Drittländern (z.B. Marokko, Thailand) dürfen getrocknete Gewürze in persönlichen Mengen für den Eigengebrauch mitgebracht werden – frische Pflanzenteile unterliegen Einfuhrbeschränkungen.
Ganze, ungeöffnete Gewürze: 2–3 Jahre. Gemahlene Mischungen: 12–18 Monate. Dunkel, kühl und trocken lagern – dann bleiben die Aromen am längsten erhalten.